Theater 03/2026

Der Theaterworkshop „Osttirol 2030“ wurde am 14.03.2026 von 09:00 – 17:00 Uhr durch den Theaterpädagogen Armin Staffler durchgeführt.

Bei dem Workshop arbeitete Armin nach der Methode „Regenbogen der Wünsche“, das aus dem Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal stammt. Im Laufe des Tages wurden viele unterschiedliche Übungen ausprobiert. So bat der Theaterpädagoge die Teilnehmer:innen etwa bei einer Übung sich einen Platz im Raum auszusuchen, der ein schöner Platz ist. Im nächsten Schritt sollten sich die Teilnehmenden einen Platz suchen, der nicht schön oder bequem ist. Anschließend wurden Erfahrungen ausgetauscht was den Platz schön oder nicht schön macht. Daraus entstand ein Gespräch darüber, was Osttirol als Heimat schön oder unschön macht. Hierbei wurden unter anderem Aussagen, wie etwa „In Osttirol ist es eng oder weitläufig, je nachdem wie man es sieht“, „In Osttirol konnte man früher noch auf die Handschlagqualität setzen. Heute nicht mehr“ oder „Osttirol wird wie ein Stiefkind von Tirol behandelt. Aber Kärntner sind wir auch nicht“ getroffen. In einer anderen Übung sollte eine Person ein Standbild darstellen und andere Teilnehmer:innen konnten, auf die erste Figur reagierend, eine weitere stillstehende Figur dazubauen. So erweiterte sich die Szene an Figuren nach und nach. Durch die vielen Übungen ging der Vormittag schnell vorbei und die Mittagspause begann.
Während dieser konnten die Teilnehmer:innen bei belegten Brötchen und Kuchen neue Energie sammeln und sich im Gespräch besser kennenlernen.
Am Nachmittag wurden weitere Übungen durchgeführt und Szenen erarbeitet. So bat der Workshopleiter drei Teilnehmer:innen, persönliche Konfliktsituationen zu schildern, die als Grundlage für eine Szene dienten. Die von der Gruppe ausgewählte Situation wurde anschließend dargestellt. Dabei lag der Fokus nicht nur auf dem Konflikt selbst, sondern auch auf den damit verbundenen Emotionen. Diese wurden von Freiwilligen in Form von Standbildern sichtbar gemacht, sodass nach und nach erkennbar wurde, welche Gefühle Teil der jeweiligen Situation waren. Um 17:00 ging der Workshop zu Ende und der Tag wurde mit einer kurzen Feedbackrunde beendet.
Dieser Workshop lud zu einem offenen Gespräch ein, was es für Einwohner:innen des Bezirks Lienz bedeutet, Osttiroler:in zu sein. Durch die theaterpädagogischen Methoden wurde es den Teilnehmer:innen ermöglicht, nicht nur über Osttirol zu sprechen, sondern Gefühle und Konflikte sichtbar und greifbar zu machen.

Dadurch entstanden neue Perspektiven auf das Zusammenleben im Bezirk Lienz sowie auf die Frage, wie sich Osttirol in Zukunft entwickeln kann.

(Text verfasst von Lara Weitlaner)