Unsere Veranstaltungen am dritten Jännerwochenende 2026 standen unter dem Motto „Vielfalt“.
Das Wochenende beinhaltete am Freitag 16.1. ein Sprachencafé mit Gebärdensprache und internationalem Flair.
Am 17.1 trafen sich Interessierte zu einem Planspiel unter dem Titel „Fremd Sein“, welches interaktiven Austausch und Verständnis für Fluchterfahrungen schaffte.
Das Resümee der Teilnehmenden fiel positiv aus! Mehr dazu nachfolgend und über die jeweiligen Links.
Sprachencafé
Sprachencafé mit Wiederholungspotenzial
Unser Sprachencafé in Harry’s Home Hotel war ein voller Erfolg: Mit den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Farsi, Spanisch und Portugiesisch sowie einem besonderen Highlight – Gebärdensprache – bot die Veranstaltung eine Vielfalt an Möglichkeiten schlummernde Sprachkenntnisse praktisch anzuwenden und neue Leute aus unterschiedlichen Kulturkreisen kennenzulernen. Besonders bereichernd: In allen Sprachen standen Native Speaker zur Verfügung, die authentische Einblicke ermöglichten und für lebendige Gespräche sorgten.
Das Event wurde zahlreich besucht und mit großer Freude angenommen. Ein gemeinsames Ice-Breaking-Game zu Beginn half dabei, erste Hemmungen abzubauen und schnell miteinander ins Gespräch zu kommen. Sprachbarrieren waren dadurch rasch überwunden, und es entstand ein offener, herzlicher Austausch zwischen den Teilnehmenden.
Neben der Möglichkeit, Sprachkenntnisse anzuwenden oder neue Sprachen kennenzulernen, erhielten die Gäste spannende Einblicke in andere Länder und Kulturen. Persönliche Geschichten, kulturelle Besonderheiten und internationale Perspektiven erfüllten den Raum mit Herzlichkeit, Offenheit und Wertschätzung.
In gemütlicher Atmosphäre, bei guter Verpflegung und ausgelassener Stimmung, entstand ein lebendiges internationales Flair, das noch lange in Erinnerung bleiben wird und nach auf Wiederholung ruft.
Planspiel "Fremd Sein"
Zeitzeugengespräch geben Einblick in Flucht, Migration und Asyl
Am darauffolgenden Tag fand im Bildungshaus Osttirol das Planspiel „Fremd sein“ statt, bei welchem 18 Teilnehmende in die Rollen unterschiedlicher Personen eines fiktiven Asyl-Erstaufnahmeverfahrens in „Meinland“ schlüpften. Ziel war es, komplexe Prozesse des Asylverfahrens erfahrbar zu machen und Perspektiven zu wechseln – sei es als Geflüchtete, Fremdenpolizei, Sozialarbeiter:in, Politiker:in oder Richter:in.
Die Spielenden mussten authentische Abläufe wie Antragstellung, Befragung und Entscheidungsfindung durchspielen. Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen der einzelnen Rollen waren: Während die Behörden- und Politikrollen unter Zeitdruck schwierige Entscheidungen treffen mussten, erlebten die Asylsuchenden vor allem Warten und Unsicherheiten. Die anschließende Reflexion machte deutlich, wie vielschichtig die Prozesse hinter diesem Asylverfahren sind und wie stark sie von Emotionen und sozialen Dynamiken geprägt werden können.
Unmittelbar im Anschluss an das Planspiel gab es ein Zeitzeugengespräch mit Menschen, die selbst auf ihrem Land nach Österreich flüchteten. Mohammad aus Afghanistan und Yana aus der Ukraine teilten dabei offen ihre persönlichen Wege und Erlebnisse. Die Berichte ermöglichten den Zuhörenden einen direkten Einblick in individuelle Fluchtgeschichten und einen Realitätsabgleich nach dem soeben Erlebten.
Die Kombination aus Planspiel und Zeitzeugenbericht bot den Teilnehmenden eine wertvolle Gelegenheit, sich nicht nur sachlich, sondern auch emotional mit den Lebensrealitäten geflüchteter Menschen auseinanderzusetzen und Verständnis für die Vielschichtigkeit von Flucht und Asyl zu entwickeln.
Resümee
Beide Veranstaltungen – das Sprachencafé und das Planspiel – förderten auf sehr unterschiedliche Weise Toleranz, Verständnis und kulturelle Sensibilität. Während im Sprachencafé das Miteinander im Vordergrund stand, schärfte das Planspiel den Blick für die Herausforderungen und emotionalen Dimensionen eines Asylverfahrens.
Wir danken allen Beteiligten für ihre Offenheit, ihre Begeisterung und ihren Mut, sich aus der Komfortzone herauszuwagen. Schön, dass Fremdes mit Neugierde begrüßt und das internationale Flair als Highlight hervorgehoben wurde. Wir freuen uns auf weitere vielsprachige und vielseitig inspirierende Begegnungen.
Das sagen Teilnehmende zum Sprachencafé:
„Ich habe das internationale Flair sehr genossen – endlich mal was anderes hier in Osttirol!“
„Meine Neugierde ist geweckt! Ich habe die Gebärdensprache entdeckt! Ich will mehr!
„Total toll, verschiedene Sprachen auch Mal im Alltag/ außerhalb der Schule zu sprechen. Genauso lernt man eine Sprache richtig!
Das sagen Teilnehmende zum Planspiel:
„Ein paar Worte zum Rollenspiel: Überforderung – Resignation – Willkür – Verantwortung – Unverständnis. Danke für eure Geschichten und eure Offenheit – sehr berührend!“
Du möchtest noch mehr dazu wissen?
Kristina aus dem Dolomitenstadt-Redaktionsteam war als Teilnehmerin mit dabei:
- https://www.dolomitenstadt.at/2026/01/21/wie-fuehlt-sich-ein-asylverfahren-an/
- https://www.dolomitenstadt.at/2026/01/21/zeitzeugen-berichten-ueber-ihre-persoenliche-fluchterfahrung/
(Text verfasst von Anja Blaßnig)


